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Mobilitäts- und Energienutzungspläne: Potenziale identifizieren und erschließen


Klimaschutz, Energie und Mobilität

Mobilitätskonzepte identifizieren die aktuellen Mobilitätsbedarfe in einem vorgegebenen Gebiet und geben eine Prognose dazu ab, wie sich die Bedarfslage in Zukunft entwickeln wird. In diese Prognosen fließen beispielsweise auch neue Mobilitätsformen ein, die in ihrer Entwicklung noch am Anfang stehen, aber auch bereits fest etablierte Systeme wie der ÖPNV und Sharing-Modelle. Wichtige Trends, etwa die Elektromobilität, bilden weitere Schlaglichter. Konzeptionierungen müssen dabei nicht zwangsläufig für große Gebiete und unter Einbezug aller denkbaren Mobilitätsformen erfolgen. Ein gutes Mobilitätskonzept kann beispielsweise auch auf die tragfähige und zukunftssichere Anbindung eines einzelnen Orts an ein Unter- oder Mittelzentrum fokussiert sein. Neue ergänzende und verlängernde Systeme wie Mitfahrerbänke werden in diesem Zusammenhang in Zukunft neue Akzente setzen.

Klimaschutz- und Energiekonzepte

Bei der Erstellung von Klimaschutz-, Energiekonzepten und Energienutzungs-plänen wird zunächst der Status Quo erhoben, um eine Baseline zu schaffen, an der zukünftige Entwicklungen gemessen werden können. Diese Baseline bezieht sich entweder auf die CO2-Emissionen oder auf den Energieverbrauch in verschiedenen Sektoren. Spezielle Softwaretools unterstützen die Erstellung und Fortschreibung dieser Statistiken und lassen damit Rückschlüsse auf die Effektivität einzelner Maßnahmen im zeitlichen Verlauf zu. Erarbeitet werden aber auch mögliche zukünftige Entwicklungspfade – sowohl was die Energieerzeugung und den lokalen Energiebedarf, als auch die Energieeffizienz angeht. Unsere Konzepte zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit individuellen Handlungs-empfehlungen und Maßnahmen unterlegt sind.

Energie- und Klimaschutzkonzepte sind Entscheidungsgrundlagen und Planungshilfen in einem. Bilanziert wird der Status Quo in Sachen Energieeinsatz und CO2-Emissionen. Identifiziert und quantifiziert werden die Potenziale in der Region, was die Energieerzeugung wie auch mögliche Effizienzsteigerungen beim Energieeinsatz angeht. Aussagen zum zukünftigen Energiebedarf und den damit verbundenen Anforderungen an die Infrastruktur werden getroffen. Vor allem aber werden Bürger-/innen, Verbände, kommunale Partner und Unternehmen in den Erarbeitungsprozess wie auch in die Ideenfindung für mögliche Projekte, die stellvertretend für verschiedene Entwicklungspfade stehen, eingebunden. 

Mit der Erarbeitung von integrierten kommunalen Entwicklungskonzepten nehmen Städte und Gemeinden eine aktive und steuernde Rolle in Richtung einer nachhaltigen Kommunalentwicklung ein. Diese Zukunftsstrategien beinhalten lokal angepasste Lösungsansätze für die aktuellen Herausforderungen im Bereich sozialer, kultureller und technischer Infrastruktur, Wohnraum und Wohnumfeld, Wirtschaft und Arbeitsplätze, Nahversorgung, Baukultur, Klima und Energie. Sie sind nach der Verabschiedung in den Gremien die zentrale, fachübergreifende Handlungsgrundlage für Politik und Verwaltung.

Die zentralen Inhalte von Energie- und Klimaschutzkonzepten können entlang von sechs Arbeitspaketen definiert werden

1. Zieldefinition und Leitbildprozess: Bereits in einer frühen Projektphase werden Zieldefinitionen und Leitbildfragen thematisiert. Hier findet auch eine erste Festlegung auf inhaltliche Schwerpunkte und deren Verortung statt. Dies geschieht in einem moderierten Prozess, in den regionale Akteure wie auch Interessensgruppen aktiv eingebunden sind. Durch die Festsetzung von Prioritäten werden Akzente für die weitere Konzepterarbeitung gesetzt: So kann beispielsweise der Fokus auf Effizienzsteigerungen gelegt werden, oder aber auch auf die Erzeugung regenerativer Energie.

2. Status Quo: Um eine verlässliche Baseline, an der zukünftige Veränderungen gemessen werden können, zu schaffen, wird eine Ist-Analyse erstellt. Diese umfasst sowohl den Energieeinsatz mit den damit verbundenen Emissionen wie auch die Energieerzeugung vor Ort. In dieser Phase können auch der durch Mobilität verursachte Energiebedarf und die damit verbundenen Emissionen ermittelt werden.

3. Energie- und CO2-Bilanzierung: Die zuvor erhobenen Daten sind die Grundlage für die initiale wie auch in regelmäßigen Intervallen zu wiederholende Energie- und CO2-Bilanzierung. Aus der Bilanzierung kann abgeleitet werden, mit welchen Stellschrauben in Zukunft eine Optimierung des Energiebedarfs wie auch der damit verbundenen Emissionen erreicht werden kann. Eine Aufgliederung dieser Bilanzen für verschiedene Anspruchsgruppen (z.B. private Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistung, Industrie oder öffentliche Einrichtungen) trägt zu einer weiteren Schärfung bei und unterstützt damit die Handlungsfähigkeit der beteiligten Akteure auch im Hinblick auf die Projekt- und Maßnahmenentwicklung.

4. Potenzialanalysen: Darüber, welche Potenziale in der Region vorhanden sind, geben die Potenzialanalysen Auskunft. Häufig steht die Erzeugung regenerativer Energie aus Wind- und Fotovoltaikanlagen im Mittelpunkt der Überlegungen. Interessant ist aber auch die Nutzung weiterer regionaler Potenziale für die thermische Energiebereitstellung – beispielsweise aus regionalen Hackschnitzeln.

5. Beteiligung: Maßnahmen und Projekte brauchen Akteure für die Umsetzung. Noch wichtiger ist aber das Verständnis aller beteiligten Gruppen für die Notwendigkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen. Nur eine aktive Einbindung kann die dafür notwendige Akzeptanz schaffen. Partizipative Verfahren entlang des gesamten Prozesses sind deshalb besonders wichtig und bilden einen weiteren Schwerpunkt von regionalen Energie- und Klimaschutzkonzepten. Unterschiedliche Verfahren der Akteursbeteiligung - von mehrfach tagenden Arbeitsgruppen bis hin zu Regionalforen - sind probate Mittel. Eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit schafft noch mehr Raum für Information und Sensibilisierung.

6. Maßnahmenbündel und Projekte: Mit der Status Quo-Analyse ist die Ausgangslage als Baseline definiert. In Verbindung mit der Potenzialanalyse können nun konkrete Handlungsschritte hin zum gewünschten Zielfoto durch Einzelmaßnahmen oder Maßnahmenbündel definiert werden. Um die Umsetzung einfacher zu gestalten, werden die Maßnahmen nach kurz-, mittelfristig- und langfristig umzusetzenden Maßnahmen unterteilt. Eine weitere Untergliederung beispielsweise in investive oder nicht-investive Maßnahmen kann ebenfalls hilfreich für die Entscheidungsfindung sein.

Vernetzte Mobilitätskonzepte

Mobilitätskonzepte können in ihrem Zuschnitt sehr unterschiedlich sein. So kann eine Einzelmaßnahme, wie beispielsweise ein System aus Mitfahrerbänken, genauso der Kern eines Mobilitätskonzepts sein, wie umfangreiche und integrierte Strategien, die multimodale Aspekte abdecken und für eine ganze Region gedacht sind.

Entscheidend ist, dass eine individuell entwickelte Mobilitätsstrategie sich von der klassischen Verkehrsplanung unterscheidet und als strategisches Instrument für die jeweiligen Entscheider verstanden wird. Neben verkehrlichen Untersuchungen kommt deshalb auch sozialwissenschaftlichen Ansätzen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung zu. Auch hier spielt die Akteurs- und Bürgerbeteiligung eine wichtige Rolle. Am Ende steht ein individuelles Konzept, dessen klar umrissene Ziele mit Maßnahmen unterlegt sind und das in der Region auf einer breiten Akzeptanz aufbauen kann.

In den folgenden Abschnitten sind einige mögliche Ansätze und Kommunikationsformen rund um das Thema Mobilität im Ländlichen Raum beschrieben.
Bestehende Angebote sicher verlängern: Außerhalb der Hauptzeiten sind ÖPNV-Angebote häufig ausgedünnt oder schlicht nicht vorhanden. Um die Anschlussmobilität sicherzustellen, bietet sich eine ganze Bandbreite möglicher Konzepte und Lösungen an. Wichtig ist, dass die Angebote zuverlässig und transparent gestaltet und vor allem die breite Öffentlichkeit darüber informiert wird. Nur das schafft die notwendige Akzeptanz, die für die langfristige Implementierung erforderlich ist.
Neue Angebotsformen etablieren: Sharing-Lösungen erfreuen sich einer zunehmenden Akzeptanz gerade bei jüngeren Generationen. Das eigene Auto ist nicht mehr der Mittelpunkt der individuellen Mobilität. Hier zeigt sich aber auch ein deutliches Stadt-Land-Gefälle, da Sharing-Angebote im Ländlichen Raum noch die Ausnahme und noch nicht die Regel sind. Niederschwellig kann aber beispielsweise ein System aus Mitfahrerbänken sein. Von der einfachen Lösung – einer als Mitfahrerbank markierten Bank im Ort – bis hin zu einem vernetzten und kreisweiten System von Mitfahrerbänken, wie es in der LEADER-Region Westerwald-Sieg in Rheinland-Pfalz entsteht.
Ehrenamt stärken: Bürgerbusse und ehrenamtliche Verkehre können die anderen Mobilitätslösungen im Ländlichen Raum unterstützen, aber nicht ersetzen. Langfristig tragfähig werden deshalb nur solche Konzepte sein, bei denen es zu keiner Überforderung der ehrenamtlich Tätigen kommt.
Zielgruppengerecht zu Zukunftsthemen informieren: Die Elektromobilität in all ihren Ausprägungen, ob als E-Auto, als E-Nutzfahrzeug oder E-Bike, kann erlebbar gemacht werden. Informationsveranstaltungen gemeinsam mit dem lokalen Handwerk bieten eine ideale Plattform für die Information und Sensibilisierung der Bürgerschaft, aber auch von Unternehmern und Verbänden. Wenn selbst ausprobiert werden kann, wie beispielsweise bei den regelmäßig stattfindenden E-Mobilitätstagen in Wolpertshausen, wird dieser Effekt noch mehr unterstützt.

Zielgerichtete Beteiligungsprozesse als Kernelement von Zukunftskonzepten

Ein transparenter Projektablauf mit einem durchdachten Beteiligungsansatz hilft, Diskussionsstränge zu steuern. Beteiligung ist kein Selbstzweck, sondern soll Betroffene, Entscheidungsträger sowie weitere Impulsgeber zusammenführen. Ziel ist es, lokal angepasste, von Akzeptanz getragene Konzepte zu entwickeln, bei denen kritische Punkte bereits im Prozess angesprochen werden und nicht Grund bzw. Ursache von Widerständen in der Umsetzungsplanung werden. Die Konzepterarbeitungsphase wird meist von einem interdisziplinär zusammengesetzten Steuerungskreis begleitet.
Bei der Planung des Beteiligungsansatzes können unterschiedliche Formen angeboten werden, die in der Intensität des Mitwirkens differenzieren:
  • Information: Informationsveranstaltungen, Homepage, Flyer
  • Konsultation: Online-Fragebögen, Interviews, Ortsbegehungen, öffentliche Foren
  • Mitbestimmung: Arbeits- und Projektgruppen, Steuerungskreise    
  • Beteiligung: Bürgerteilhabe an Mobilitäts- und Energiekonzepten

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